Verbableitungen

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Verben können abgeleitet werden, indem zwischen dem Verbstamm und der Endung des Verbs eine bestimmte Silbe (Infix) eingefügt wird. Dadurch werden andere (abgeleitete) Verbformen gebildet.

Beispiel:

pika (kochen) pikia (für jemanden kochen)

pikwa (gekocht werden)


Der Verbstamm des Verbs lautet "pik", die Endung lautet "a". Um die Applikativ-Form des Verbs "kochen" zu bilden, wird zwischen Stamm und Endung die Ableitungs-Silbe "i" eingefügt. Das neu entstandene Verb bedeutet "für jemanden kochen".

Ableitung von einsilbigen Verben[Bearbeiten]

[Einsilbige Verben] werden im Swahili besonders behandelt (flektiert). Durch das Hinzufügen eines Ableitungs-Infixes werden diese Verben jedoch zu mehrsilbigen Verben und entsprechend behandelt (flektiert).


Passiv[Bearbeiten]

Infix:

w

Bedeutung:

gemacht werden oder gemacht sein

Beispiel:

pika (kochen) - pikwa (gekocht werden)

Applikativ[Bearbeiten]

Engl. Bezeichnung: Prepositional Form

Swahili: Kauli ya kutendea

Infix:

i (e)

Bedeutung:

etw. für oder anstelle von jmdm. machen

Beispiel:

anapika ugali (sie kocht Ugali) -> mama anampikia mtoto (die Mutter kocht für das Kind)


Reflexive Form[Bearbeiten]

Swahili: Kiambishi cha kujitendea

Infix:

ji

Bedeutung:

Bei den reflexiven Verben (rückbezüglichen Verben) bezieht sich das Pronomen zurück auf das Subjekt des Satzes. Sie stehen immer mit dem Reflexivpronomen "sich" (Beispiele: sich ärgern, sich freuen, sich waschen, sich verschlucken, sich Sorgen machen)

Beispiel:

ninakata (ich schneide etw.) - ninajikata = ich schneide mich


Reziproke Form[Bearbeiten]

Infix:

an

Bedeutung:

Im Gegensatz dazu drückt das Pronomen bei den reziproken Verben nicht ein rückbezügliches, sondern ein wechselseitiges Verhältnis aus:

Franz und Herbert gleichen sich. = Franz gleicht Herbert und Herbert gleicht Franz. Reziproke Verben stehen im Deutschen mit dem reziprok verwendeten Reflexivpronomen sich oder mit dem Pronomen einander

Beispiel:

salimia (grüssen) - salimiana (sich/einander begrüßen)


Stativ (Positional)[Bearbeiten]

Engl. Static

Infix:

am

Bedeutung:

In einen Zustand überführt worden sein

Beispiele:

funga (binden, schliessen) - fungama (verbunden sein)

lowa (nass sein) - lowama (durchnässt sein)


Zustandspassiv/Neutropassiv[Bearbeiten]

Engl.: Stative

Frage: Welches ist die gebräuchliche deutsche Bezeichnung für die Verbableitung mit "ik"? Bitte korrigieren oder auf der Diskussionsseite zu diesem Artikel kommentieren. Zur den zahlreichen verschiedenen Bezeichnungen (im Englischen) siehe folgendes Zitat:

"The result of suffixation with -ik has been variously described as stative, intransitive, neuter, neuter-stative, neuter-passive, agentless passive, potential and metastatic-potential (Mchombo 1993a, Dubinsky and Simango 1996, Bentley and Kulemeka 2001). The lexical operation itself is also referred to as intransitive or anticausative." (Amanda Seidl, Alexis Dimitriadis: Statives and Reciprocal Morphology in Swahili)

Infix:

ik

Bedeutung:

durchgeführt sein (falls mit Perfekt gebildet)

im Präsens auch in der Bedeutung "durchführbar sein"

Beispiele:

mlango umefungika - die Tür ist (bereits) verschlossen

mlango wafungika - die Tür ist verschliessbar

Kausative Form[Bearbeiten]

Infix:

-ish-, -esh-, -iz-, -ez-

Bedeutung:

Eine Tätigkeit veranlassen

Beispiele:

pata (etw. bekommen) - pasha (etw. zukommen lassen)

ondoka (weggehen, abreisen) - ondosha (fortschaffen)

anguka (fallen) - angusha (fallen lassen)


Konversive Form[Bearbeiten]

Swahili: Kauli ya kutendua

Infix:

u

Beispiele:

funga - fungua

ficha - fichua

vaa - vua


Kontaktive Form[Bearbeiten]

Bedeutung:

In eine Berührung oder ein Umfassen bringen.

Beispiele:

fua (waschen) - fuata (wischen, abwischen)

fumba (zusammenbringen) - fumbata (umgreifen)

Inceptive


Intensive Form[Bearbeiten]

Bedeutung:

wiederholte, intensive oder beharrliche Handlungen


Frequentativ (durch Verdoppelung des Verbalstammes):

napigapiga - ich schlage oft

natafutatafuta - ich suche überall

nakatakata - ich zerstückle ganz fein


Durch Voranstellen des Infinitivs vor das konjugierte Verb:

Kuiba sikuiba. - (Stehlen?) Gestohlen habe ich wahrlich nicht.

Kusikia nimesikia. Ich habe es tatsächlich gehört.


(Intensiv) Durch Erweiterung des Stammauslautes (-ua, -aza, -iza):

kama - kamua (pressen, melken - gründlich, völlig auspressen)

chunga - chungua (sichten - genau hinschauen)

nyamaa - nyamaza (schweigen - ganz ruhig, mäuschenstill sein)

sikia - sikiliza (hören - gespannt aufhorchen, anhören)